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Von der Cordillera Blanca ins Hochland von Cusco

Dieter Kreutzkamp Uncategorized Leave a Comment

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„Was geschieht als nächstes…?“, so endete unser letzter Beitrag…
„Wieder mal `ne ganze Menge!“, lässt sich zusammenfassend sagen. Aber der Reihe nach …
Wir waren noch immer in der Cordillera Blanca, diesem gletscherbepackten Riesengebirge in den nordwestlichen Anden mit Höhen bis zu 6700 Metern.
Von Caraz, einem der Hauptorte hier, machten wir ein paar Abstecher in die Berge, oft auf Straßen, die nur schwerlich als solche zu bezeichnen sind…

cof

Thunder meistert zwar die Pisten und Hindernisse bravourös. Dennoch, es ist Regenzeit im peruanischen Hochland, und das sind nicht die besten Voraussetzungen, um mit einem 7 ½ -Tonner auf schmierigen Pisten in gut 3000 m Höhe durch die Berge zu kraxeln.

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Wir beschließen, das Hochland zu verlassen und zurück an die Küste zu fahren, um dort der Panamericana südwärts zu folgen…
Doch zunächst kommt es anders: Der Himmel reißt auf und gibt den Blick auf die schneebedeckten Riesen der südlichen Cordillera Blanca frei. Solche Ausblicke wirken wie ein Magnet auf uns – in einem unscheinbaren kleinen Ort in 3700 m Höhe lenke ich nach links und folge der anfangs erstaunlich guten Schotterpiste ostwärts in Richtung Huascaran Nationalpark. Eine wilde Landschaft, durch die wir in wunderbarem Licht, einer „Götterdämmerung“ gleich, rollen.

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Wir schrauben uns höher und höher, die Luft wird dünner und  dünner – und dann in rund 4100 m Höhe stoppen wir staunend bei Riesenbromelien, die nur an ganz wenigen Stellen im peruanischen und bolivianischen Hochland zu finden sind.

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Ein magischer Moment, auf den wir – bei solcher Schönheit und Majestät – nicht vorbereitet sind. Und auf dieses Ensemble fällt – trotz kalter Temperaturen – für ein paar Momente lang warmes Sonnenlicht… Das  sind Sternstunden des Reisens!
Es wird spät, Regen setzt ein, der zu Graupelschauern wird. Aber wir fahren weiter… Was für eine Landschaft…?!

cof

In 4812 m Höhe wird uns etwas unheimlich, die Piste wird zusehends matschiger, rutschiger, und der Blick auf die Uhr macht klar: Sucht euch einen sicheren Nachtplatz! Aber in solchen Höhen schlafen wir schlecht. Hoffentlich führt die Straße wieder runter…
Tut sie aber nicht!

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Also fahren wir weiter. Aber was heißt hier „fahren“? Regenschauer haben Berghänge zum Abrutschen gebracht. Schlammlawinen haben sich über die Straße ergossen. Ich mache mir Sorgen, dass Thunder wegen seines stattlichen Gewichts schlichtweg abglitschen und den Hang runterpurzeln könnte. Doch wieder mal – auch in 4800 m Höhe – löst er das Problem souverän!

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Nein, hier fahren wir dennoch nicht weiter; auf einspuriger Schlammpiste gelingt es mir zu wenden, und wir kehren um.
Die Nacht verbringen wir „weit unten“ in „nur“ 4200 m Höhe. Kalt ist es auch hier! Drinnen im Lkw belohnt uns Juliana mit Pommes und Kotelett. (Wofür haben wir schließlich einen 107-Liter-Kompressorkühlschrank?!! Wenn nicht, um uns in solchen Situationen so richtig zu verwöhnen…!)
Dazu gibt`s ein Gläschen guten Malbec-Rotweins aus Argentinien. Aber nur eins. Wegen der Höhe!
Gut, dass in solchen Situationen auch schon mal der eine oder andere Schutzheilige über uns wacht – wie hier tags drauf Franz von Assisi.

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Immer wieder aufs Neue ist es ein irres Gefühl, von gut 4000 m auf Meereshöhe runterzukommen. Die Panamericana hat uns wieder: wuseliges Leben, Staub, Müll am Straßenrand. Erneut der Verkehrsinfarkt der 10 Millionen-Metropole Lima. Bald danach wieder rechts und links eine Wüste, die – wie überall in Peru – mit politischen Parolen und endlosen Mauern verhunzt ist.

cof

Wir meinen, dass wir nach alledem auch mal ein paar Tage Urlaub vom Reisen verdient haben – und finden die bei Pisco auf der Paracas-Halbinsel, einem staatlichen Schutzgebiet.
Nach der Extremhöhe, der Kälte und dem Regen ist das hier wie ein Aufatmen.

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Wir bleiben nicht nur ein oder zwei Tage, sondern fast eine Woche!
Eines späten Abends klopft es an Thunders Tür: draußen zwei junge Leute, die sich am Strand mit ihrem Kleinwagen hoffnungslos tief eingegraben haben.
Thunder meint, dass er eigentlich schon Feierabend hätte – lässt sich aber dennoch von uns bewegen, das Auto der beiden aus dem Schlamassel zu ziehen.

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Es fällt schwer, einen solch schönen Platz zu verlassen. Aber da ist die ewige Lust nach dem Neuen hinter der nächsten Ecke. Ich mache noch ein Foto von unserem Traumplatz – dann fahren wir weiter.

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Wir verlassen die Panamericana erneut, um wieder ins Andenhochland  zu fahren. Diesmal Richtung Cusco.
Binnen zweier Stunden sind wir erneut in einer völlig anderen Welt, mit Felsen und Kakteen, bald drauf spitzen Serpentinen auf denen wir uns höher und höher schrauben. Als wir auf einem freien Platz – weit abseits der Straße – einparken, hält zwei Stunden später ein Polizeifahrzeug neben uns. Diese Gegend sei gefährlich – Banditen –, sagen die beiden freundlichen Polizisten und geleiten uns acht Kilometer weiter zu einem Platz nahe ihrer Polizeistation.
Willkommen zurück im 4000 m hohen, kalten und regnerischen Hochland, in dem sich nur Lamas und Alpakas wohlzufühlen scheinen.

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Zwei Tage später erreichen wir Cusco, jene Stadt, die spanische Eroberer auf den monumentalen, meisterhaft präzise bearbeiteten Felsblöcken der unterjochten Inka bauten.

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Quinta Lala ist ein bei Globetrottern angesagtes Camp, hoch über der Stadt, unmittelbar bei den Inka-Ruinen von Sacsayhuaman. Und was entdecken wir dort?!  Einen T2-Bulli mit drei jungen Deutschen und einem Amerikaner.

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Machu Picchu werden wir nicht besuchen, das haben wir früher bereits getan. Uns genügt das bunte Treiben von Cusco in 3600 m Höhe. Und solche Bilder von Indiofrauen, die sich für eine Handvoll Soles, der örtlichen Währung, als Fotomodell zur Verfügung stellen.

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Cuscos koloniale Architektur – auf Schritt und Tritt in der Altstadt zu bestaunen – beeindruckt. Doch als wir die Kathedrale von Cusco besuchen – eine der größten in Südamerika – fühle ich mich förmlich erschlagen: Pomp, Prunk, mit elf Seitenkapellen und zwei integrierten Nebenkirchen, in denen mit Gold und Silber nur so geprotzt wird. Und das für einen Gott, dessen Sohn die personifizierte Bescheidenheit und Demut war… Cuscos Kathedrale ist wie ein Triumpfschrei der Täter, nachdem diese mit Heimtücke und Brutalität eine der Hochkulturen der damaligen Welt zerstört hatten.
Soviel zu meinen Gefühlen, als wir die Kathedrale verlassen und im späten Tageslicht auf die Plaza des Armas (den Hauptplatz Cuscos) treten.

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Unser Aufenthalt in Cusco nähert sich dem Ende. Zum Abschluss verwöhnen wir Thunder, indem wir seine 32 Schmiernippel fetten.

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Und was kommt als nächstes…?! Nun, darüber werden wir hoffentlich bald berichten können… Bis dann!
Oder besser gesagt: Hasta luego!

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Alle Fotos: Foto und Copyright Dieter Kreutzkamp

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