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Von Eiszapfen am Auto und der Schwüle der Tropen – von der Atacama nach Paraguay

Dieter Kreutzkamp Uncategorized 1 Comment

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Ich weiß, es gibt eine Reihe von Highlights, die wir uns bei unserem Besuch in San Pedro de Atacama geschenkt haben: den Besuch des – touristisch erschlossenen – Valle de la Luna zum Beispiel. Aber die Invasion der Tourbusse pünktlich zum Sonnenuntergang war uns dann doch etwas zu viel…
Nun, vielleicht beim nächsten Mal. Denn diese wilde, abseits der touristischen Brennpunkte quasi menschenleere Hochgebirgslandschaft wird uns nicht loslassen. Das weiß ich schon jetzt.
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Als nächstes haben wir die Überquerung des Paso de Sico ins Auge gefasst, über den wir in rund 4200 m Höhe zurück nach Argentinien wollen. Anders als der Paso de Jama (auf dem wir Tage zuvor das Druckluft- und Bremsproblem an unserem Lkw hatten), ist er über größere Abschnitte noch unasphaltiert. Das hat seinen Reiz, weil deutlich weniger befahren; es hat aber auch zusätzlichen Nervenkitzel, weil eine eventuelle Autopanne auf grober Piste im entlegenen Gebirge für einen erhöhten Adrenalinspiegel sorgen würde…
Hans-Jürgen, MAN-Fahrer, den wir in San Pedro getroffen hatten, legt uns als ganz besonderen fotografischen Leckerbissen die Laguna de Lejia ans Herz.
Das hört sich super an. Wir machen uns auf den Weg. Natürlich Piste pur, aber toll!
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Und so schrauben wir uns mit Thunder von 2400 auf 4365 m Höhe. Ich vermag nur unzulänglich meine Empfindungen zu schildern, deswegen hier nur ein paar Stichworte:
– das Gefühl absoluter Einsamkeit und Stille.
– diese Intensität der Farben der Berge, vor allem der schneebedeckten Vulkane, die unsere Route säumen.
– die permanente Kurzatmigkeit und das Wissen, auf dieser Straße höher als der höchste Alpengipfel zu sein.
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Lange vor Sonnenaufgang sind wir am nächsten Morgen auf den Beinen. Ich lasse diesen Schöpfungsmoment als Bild sprechen.
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Klirrende 8 Grad minus draußen! Wieder hatte uns nachts die Schlaflosigkeit gequält. Aber das tritt morgens bei dieser Götterdämmerung in den Hintergrund. Mit dem Aufsteigen der Sonne wird es endlich wärmer. Und irgendwann können wir auch den Pott mit Morgenkaffee draußen genießen.
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Weiterfahrt, was ganz eindeutig „höher hinauf“ bedeutet.
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Und dann irgendwann, in rund 4800 m Höhe, ein gemeines lautes Zischen. Mittlerweile – als alte Füchse – ahnen wir schon, wo der Hase im Pfeffer liegt. Eine Druckluft Verbindung ist auseinander gegangen.
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Nun ja, in 4800 m Höhe, absolut mutterseelenallein, dazu ein auffrischender eiskalter Wind: das ist alles nicht wirklich witzig…
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Aber wir haben auf unseren weiten Reisen schon vertracktere Situationen erlebt. Gut anderthalb Stunden später ist dank guter Ersatzteilvorräte alles behoben.
Die Nacht verbringen wir unweit der argentinisch-chilenischen Grenze in 4300 m Höhe. Tags drauf werden in ähnlicher Höhe die Grenzformalitäten erledigt. Dann folgt die berauschende Fahrt abwärts Richtung Osten.
Es sind auf dieser Seite der Anden keine steil runter führenden Passstraßen. Nur langsam verlassen wir die Extremhöhen, und als wir abends am Rio Toro in nur 2800 m Höhe unser Camp aufschlagen, sind wir schon wieder in einer völlig anderen, diesmal wärmeren, Welt.
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Der Abschied von der Stille fällt uns schwer. In der argentinischen Großstadt Salta lassen wir Thunder waschen und füllen im Jumbo Supermarkt unsere Vorräte auf.
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Vor uns liegt eine rund 800 km lange und fast schnurgerade Straße durch den tropischen argentinischen Chaco.
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Nach der Kühle bzw. Kälte der Anden empfinden wir die schwüle Hitze hier fast unerträglich. Im Auto steht die Temperatur abends bei 37 Grad Celsius.
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Wir übernachten an Tankstellen. Das ist okay, wenngleich natürlich nicht so faszinierend wie in der Stille der Berge Patagoniens. Und ich sag’s ganz deutlich; meine Empfindung lässt sich so umschreiben: Augen zu und durch! Das ist nicht mein Klima!
Tage später bringt uns eine Fähre über den Rio Paraguay. Wir haben Asunción in Paraguay erreicht. Eine angesagte Adresse ist hier das Camp Hasta La Pasta von René und Marion.
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Und da sind wir auch sechs Tage nach unserer Ankunft noch immer. Es ist schön, mal wieder mit anderen Reisenden zu klönen!
Als nächstes stehen die Iguazu Wasserfälle auf dem Reiseplan.

Alle Fotos: Foto und Copyright Dieter Kreutzkamp

Comments 1

  1. Elisabeth

    Der Wahnsinn, bin sehr gespannt, wie ihr euch irgendwann mal wieder im norddeutschen Tiefland fühlt.

    Frühlinsgrüße aus der Heimat

    Elisabeth und Volker

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